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Systematik

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Die Kamelartigen (auch Schwielensohler oder Typlopoden) stellen neben Wiederkäuern (z.B. Kühe) und Nichtwiederkäuern (z.B. Schweine) die dritte Unterordnung der Ordnung Paarhufer dar.
Die Familie Kamele teilt sich in zwei Gattungen auf:

  1. die auf Südamerika beschränkten Klein – oder Neuweltkamele, zu denen die beiden Wildformen Guanako und das stark bedrohte Vikunja gehören, sowie die beiden vom Guanako abstammenden Haustierformen Alpaka und Lama
  2. die höckertragenden Gross – oder Altweltkamele, welche ursprünglich in Zentralasien (Trampeltier – zwei Höcker) bzw. in Nordafrika, Vorderasien und Indien (Dromedar – ein Höcker) vorkommen.

Aufgrund ihrer hervorragenden Anpassung an die extremen Umweltbedingungen der Wüste wurden sie als Last- und Arbeitstiere in andere Gebiete der Erde importiert wie z.B. nach Namibia, die südliche USA und vor allem nach Australien. Dort verwilderten freigelassene oder entkommene Dromedare , ähnlich den Mustangs in Nordamerika. Durch die harte Auslese der Natur entwickelten sich australische Dromedare zu einer der gesundesten und kräftigsten Population weltweit.
Echte Wilddromedare gibt es aber nicht und selbst Fossilfunde von wilden Vorfahren der Hausdromedare wurden nie gefunden.
Manche Forscher haben die Theorie aufgestellt, dass Dromedare und Trampeltiere von einem gemeinsamen, zweihöckrigen Vorfahren abstammen. Dafür sprechen würde, dass der Dromedarfötus eine zeitlang 2 Höcker hat, die später zu einem einzelnen zusammenwachsen.
Ausserdem lassen sich Dromedare und Trampeltier problemlos kreuzen. Das Ergebnis dieser Paarung wird Tulu genannt und vor allem in den Ländern, in denen sich die Verbreitungsgebiete der beiden Grosskamelformen überschneiden, vorgenommen, um besonders kräftige und grosse Arbeitstiere zu erzeugen.
Im Gegensatz zum Kreuzungsprodukt Pferd/Esel (Maultier, Maulesel) und entgegen der allgemeinen Meinung (auch von „Experten“) sind Tulus beider Geschlechter sowohl mit Ausgangsarten als auch untereinander 100% fruchtbar.
Die Höcker der Tulus können sehr variabel sein. Die Möglichkeiten reichen von riesigen, halbmondförmigen Einzelhöcker über 2 Höcker, von denen einer winzig und der andere gross und langgezogen ist, bis hin zu 2 Höckern, die nicht ganz so tief eingekerbt sind wie die Trampeltierhöcker. Sättel für Tulus müssen im Regelfall einzeln und speziell auf das Tier angefertigt werden, da kein Höcker dem anderen gleicht.

 

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